Oben

Kurzbeschreibung

Der Himmel ist die Grenzlinie? Nicht für den pensionierten Ballonverkäufer Carl Fredricksen, der sich im Alter von 78 Jahren seinen Lebenstraum erfüllen möchte: Eine Reise in das Amazonas-Gebiet. Im Nu befestigt der rüstige Rentner Tausende von Luftballons an seinem Häuschen und entschwebt in den Himmel. Zu spät bemerkt Carl, dass er einen blinden Passagier an Bord hat: den achtjährigen Pfadfinderjungen Russell. Dem kauzigen Rentner bleibt keine andere Wahl, als die Quasselstrippe mit auf die große Reise zu nehmen, die aus dem alten Mann und dem aufgeweckten Jungen ein eingeschworenes Team macht. Auf ihrem herrlich komischen Trip durch den Urwald trifft das ungleiche Duo außergewöhnliche neue Freunde wie den sprechenden Golden Retriever Dug und den 13 Fuß großen Vogel Kevin. In der Wildnis des Dschungels erkennt Carl schließlich, dass die größten Ereignis manchmal nicht diejenigen sind, nach denen man gesucht hat.

Bonusmaterial:
Geo-Grips-Abzeichen-Spiel; Alternative Szene „Eheleben“; 7 brandneue Dokumentarfilme; Und mehr!;

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Mit Oben hat die Animationsschmiede Pixar von neuem ein kleines Meisterwerk geschaffen. Die anrührende Geschichte über eine generationenübergreifende Freundschaft.

Pixar war vor gut 20 Jahren mit dem Vorsatz angetreten die Vorherrschaft von Disney im Bereich der Animationsfilme zu erschüttern. So zeichnete sich bereits der erste Streich des Studios, Toy Story durch einen erfrischend neuen Ansatz nicht allerdings auf der technischen Ebene aus. Ging es bei Disney immer um die Geborgenheit der Familie liessen die Pixar Filme von Anfang an keinen Zweifel daran aufkommen dass es ihnen um das Subjekt ist, also um die Ich-Werdung ihrer Figuren. In Oben verschränken sich diese Ebenen aufs wundersamste und werden darüberhinaus noch mit einem Schuss japanischer Animationskunst angereichert.

Der kinderlose Witwer und ehemalige Luftballonverkäufer Carl, ein mürrischer Greis wie er ihm Buche steht, sieht sich von der postmoderne überrannt. Sein kleines Häuschen ist von Wolkenkratzern umzingelt und allenthgalben versucht man ihn ins Seniorenheim abzuschieben. Dagegen der renitente Carl hat andere Pläne. Bevor sein Leben endgültig abgelaufen ist beschliesst er zu seinem grossen Ereignis aufzubrechen. Von abertausend Luftballonen getragen schwebt er kurzerhand mit seinem gesamten Haus davon und macht sich auf die grosse Fahrt nach Südamerika. Der Misanthrop hat nichtsdestoweniger einen blinden Passagier. Der rundliche Russell, dem in seinen Pfadfinderauszeichnungen noch die gute Tat an einem Senioren fehlt. Trotz aller Widrigkeiten bleibt der kleine Kerl hartnäckig entschlossen den Grantler zu beglücken. Der schwierige Beginn einer rührenden Beziehung zwischen Jung und Alt.

Regisseur Pete Docter hatte bereits mit seinem ersten Spielfilm Die Monster AG mitten ins Schwarze getroffen. Und auch bei Oben trifft er mit traumwandlerischer Sicherheit immer den richtigen Ton. Bereits die ersten 15 Minuten des Films sind ein Lehrstück in Sachen Exposition. Da wird in wenigen Szenen ein gesamtes Menschenleben durcherzählt, eine Beziehungsgeschichte im Zeitraffer. Der schüchterne Carl der auf die abenteuerlustige Ellie trifft, eine grosse Liebe mit grossen Enttäuschungen (das Paar kann keine Kinder bekommen), von grossen Träumen (sie wollen ein Leben voller Ereignis leben) und noch grösseren Anpassungen, vom Mittelstandleben, dem Alter und schliesslich Ellies Tod. Das alles schafft die Voraussetzungen für Carls Entscheidung, gespeist aus dem Selbstvorwurf seiner geliebten Frau nicht gerecht geworden zu sein, und von neuem aufzubrechen, nach „Paradise Falls“, wie das anvisierte Fleckchen Erde zweideutig heisst. Diese Prämisse hätte unter weniger talentierten Händen dem Film bereits eine schwergängige Schlagseite verpassen können. Dagegen das Gegenteil ist der Fallen. Das Haus erhebt sich in einem denkbar poetischen Einfall unter dem Auftrieb heliumgefüllter Luftballons von seiner Verankerung im Hier und Jetzt, und mit ihm, festgeklammert auf der Veranda, der nervige, hyperaktive, von seinen eigenen Eltern vernachlässigte Jungpfadfinder Russel. In der Annäherung zwischen den beiden ungleichen Reisegefährten erst kommt das Ereignis in Gang. Die zwei merken schon bald dass sie aufeinander bedingt sind. Carl muss sich mit seiner unausgelebten Vaterrolle auseinandersetzen und der Junge spürt zum ersten Mal so etwas wie Anteilnahme und Bestätigung. Oben ist ein Film geworden den man jedem ans Herzen legen möchte, ein Film der den Spagat zwischen Unterhaltung und Aufklärung, zwischen Kunstanspruch und Massengeschmack spielerisch hinbekommt. Ein grosser Wurf.–Thomas Reuthebuch

Darsteller

Darsteller 2

Regisseur

Regisseur 2

9,99 (as of 15. Februar 2019, 12:04)